Holy (working) Days

Ich darf mich nun bald für einige Zeit ans Meer verabschieden. Yay!


Es fühlt sich grade sehr interessant an, weil ich grade in einem glücklichen und fließenden Arbeitsmodus bin, aber ich nehm diese feurige Energie mit, packe meinen Laptop ein, um meine Visionen weiterzuspinnen und bei meiner Weiterbildung und deren Abschlussarbeit voranzukommen.


Ich hab richtig Lust darauf und kann es kaum abwarten, mich frühmorgens mit einer guten Tasse Kaffee auf meiner fabelhaften Terrasse da dran zu setzen. Und wenn ich doch keine Lust dazu habe, auch gut!


(Was, die arbeitet im Urlaub?!? 😱)


Ich war bereits im Juni für eine Woche weg und da hatte ich sehr wohl das Gefühl, dringend eine völlige Auszeit zu brauchen und wollte nichts hören und sehen.


Meine Lösung dafür war natürlich dem Rechnung zu tragen, aber auch zu schauen, wo ich im Vorfeld meine Bedürfnisse übersehen habe, um meine Learnings daraus zu ziehen und es schlicht und einfach besser zu machen.


Ich will diesen Tapetenwechsel im Urlaub genießen und nicht so dringend brauchen, weil ich bereits "total am Semmerl bin"! Damacht für mich einen Riesenunterschied.


Für meine Begriffe haben wir uns ohnehin ein komisches Lebenskonzept gebastelt, wenn es um Entspannung und Erholung geht. Wir tun so lange weiter, wie es irgendwie geht, mit der Karotte aka Urlaub/Wochenendtrip/Besuch im Spa/whatever vor der Nase.


Und das machen wir so lange, bis es sich eben nimmer ausgeht, dass uns die paar Tage herausreißen und sich die berühmte Tasse nicht mehr so leicht auffüllen lässt, sondern sie sich eher anfühlt als hätte sie irgendwo ein massives Loch. Klarer Fall, denn so sind wir nicht gedacht!


Mal ganz abgesehen davon, dass es ja meist nicht die tatsächliche körperliche und geistige Arbeit ist, die uns erschöpft, sondern das Rundherum; die Informationsflut, die Ängste & Sorgen, der eigene und fremde Druck, die überhöhten Ansprüche und der Perfektionismus. Sowie auch das nicht mehr abschätzen können, was wirklich wichtig ist und was auch einfach mal sein darf.


Und das sind auch die Dinge, die wir dann auch mit den Füßen im Sand recht schwer abschütteln können.


Ganz ehrlich, mir geht der Satz "Na, das hast Du Dir jetzt aber verdient!" ziemlich gegen den Strich.


Da spür ich jedes Mal ein wildes Grummeln im Bauch. Ich weiß, er ist immer bestens gemeint, fasst für mich aber dieses Missverständnis wunderbar zusammen. --> Leiste erst mal ordentlich etwas, dann darfst Du auch mal die Füße hochlegen. Du warst jetzt brav genug, jetzt darfst Du mal durchzuatmen.


Meine Hündin z. B. kann ordentlich Gas geben und sie weiß mit einer Selbstverständlichkeit ihr Recht auf ausgiebige Ruhe zu nehmen.

Jedes Tier in der Natur tut das, unsere Kinder tun das. Nur irgendwer hat uns später mal die Idee ins Ohr gesetzt, dass wir uns Yin erst mal durch das Yang verdienen müssten.


Ruhezeit ist keine Belohnung, es ist ein selbstverständlicher Teil unsere Natur, den wir honorieren müssen.


Früher hätte ich mal gesagt, es braucht einen wochenlangen Urlaub, um überhaupt erst mal in dieses ganz tiefe Gefühl der Entspannung eintauchen zu können. Ich hatte tatsächlich oft erst nach eineinhalb/zwei Wochen das erste Mal das Gefühl, wirklich loslassen zu können. Und dann ging es bereits wieder zurück nach Hause. So angespannt war mein ganzes System. Und ich dachte, das wäre normal.

Mein Wunschkatalog zum Thema Kreation & Rekreation


Ich wünsche mir für mich und uns alle ein Leben, wo wir die Möglichkeit haben, unverrichteter Dinge z. B. einen Tag ins Off zu gehen, weil wir spüren, dass das einfach dran ist.

Ich wünsche mir, dass wir uns mal umgekehrt sagen: "Du willst jetzt so richtig Gas geben und hoch hinaus? Das hast Du Dir aber jetzt verdient, nachdem Du Dich so vorbildlich ausgeruht hast." (ohne Sarkasmus! 😏) Ok, macht vielleicht genauso wenig Sinn wie umgekehrt, aber Du verstehst meinen Punkt.


Und genau das will ich umgekehrt auch für meinen Alltag, wenn ich ganz bewusst JEDEN Tag meine Oasen für Ruhe & Stille aufsuche. Und ich brauche viel davon als tendenziell introvertierter Mensch.


Ich wünsche mir, dass wir das Nix-Tun immer und überall praktizieren, wann immer wir den Wunsch danach verspüren. Einen Atemzug lang, mitten im Großraumbüro, frühmorgens in Meditation, mitten in der Straßenbahn, wenn wir um 15:00 Feierabend oder den Abend zu unserer Luxus-Tempelzeit machen.


Ich wünsche mir, dass wir das Gefühl Urlaub vom Kalender entkoppeln und als inneren Zustand jederzeit, wenn benötigt, leben können. Und ich verwette meinen Allerwertesten darauf, dass die Produktivität im beruflichen und privaten Bereich in Summe wie wild nach oben schießen würde!


Ich wünsche mir, dass wir wieder im Einklang mit unserem Rhythmus, unserem Puls durchs Leben gehen und tiefste Erholung genauso gefeiert wird wie Spitzenleistung.


Ich weiß, dass viele von uns es sich nicht aussuchen können, wann sie ihren Urlaub eintragen dürfen, wann Feierabend ist, usw.. Da wird der Taktstock im Außen geschwungen. Dennoch haben wir immer auch einen Spielraum, den wir zur Gänze nutzen sollten.


Anyway, ich fahr jetzt los ans Meer 😉. See you soon! Alles Liebe & Baba, Ulli