Müder als müde? Erschöpfung, Burnout & co.
- 31. Jan. 2022
- 4 Min. Lesezeit
Aktualisiert: 21. März
Vor kurzem ging ein Newsletter von mir raus, in dem ich die Themen völliger Überlastung, chronische Erschöpfung und bleierner Müdigkeit angesprochen hatte. Ich hatte nicht mit einer solchen Flut von Antworten gerechnet.

Frauen, die mit mir teilten, dass sie selbst in ebendieser Situation feststecken.
Frauen, die sich angesprochen fühlten und zukünftig mehr in ihrer Arbeit mit Klientinnen darauf eingehen wollen.
Frauen, die es satthaben, gezähmt und eingeengt am Rad zu drehen, nur damit ein künstlich konstruierter Alltag weiterlaufen kann.
Also habe ich beschlossen, diesen Text auch als Beitrag hier zu posten.
Möge er Dein wildes Feuer schüren und Dich daran erinnern, dass wir nicht nur an uns selbst herumbasteln und optimieren müssten, sondern an den strukturellen Gegebenheiten rütteln müssen! Here we go....
Liebe Frau,
mich beschäftigt grade etwas sehr…. Im Zuge der Ayurveda-Kur und dem üblichen Geplänkel rund um die Frühjahrsmüdigkeit ergaben sich letzte Woche sehr schnell ernsthafte Gespräche über ständige Erschöpfung und Nebennierenschwäche.
Wir sprachen konkret von anhaltender, schwerer Müdigkeit, Kraftlosigkeit und fehlendem Antrieb. Ein Alltag, der für diese Frauen nur mehr mit Müh und Not zu bewältigen ist.
Die Frage lautet: Was brauchen wir, damit wir uns eine Welt schaffen, in der wir nicht ausbrennen oder unsere Nebenniere uns durch heruntergefahrene Stresshormone zu schützen versucht?
Unsere (Frauen-)Körper rebellieren!
Unser Geist & emotionales System tun es ebenso.
Die sozialen Medien, das Internet, die Werbung sind prallvoll mit schnellen Antistress-Tipps, und wir tun so, als ob eine achtsame Tasse Tee, ein Abführmittel oder eine bestimmte Yogaübung diesem Wahnsinn einen Riegel vorschieben könnten.
Wenn das alles ist, was frau braucht, um wieder ins Gleichgewicht zu kommen, wunderbar. Denn dann ist sie sehr stabil, gesund und ihrer Mitte. Für den Großteil von uns braucht es wohl etwas völlig anderes.
Dass wir strukturelle, gesellschaftliche. politische Veränderungen brauchen, liegt auf der Hand und dass wir hier eben nicht müde werden dürfen, diese einzufordern, ebenso. Und gleichzeitig ist genau diese Mitsprache, dieses Engagement schwierig, wenn man gefühlt - oder tatsächlich - am Boden liegt.
Was können wir also tun oder lassen, damit wir uns wieder an unsere Energiequelle "einstöpseln" und damit in den Gestalterinnen-Modus wechseln können?
Tatsachen auf den Tisch:
- Wir leben beinahe allesamt ein Leben, einen Alltag, für das bzw. den der Mensch so nicht gedacht ist.
- Wir widersetzen uns unserer Natur, machen die Nacht zum Tag, haben das Gefühl für unseren inneren Rhythmus verloren, für die Jahreszeiten, für unseren Menstruationszyklus, unsere Bedürfnisse.
- Wir füttern unsere Sinne unablässig mit Informationen und Nachrichten, und nicht mehr nur mit jenen vom Nachbardorf, sondern wir inhalieren das Leid, die Korruption und andere Schrecklichkeiten der ganzen Welt.
- Wir haben Angst etwas zu versäumen, sind darauf konditioniert und durch geschicktes Marketing dazu getrieben.
Nicht mal die zur Entspannung konsumierte Serie lässt uns von der Angel; der Cliffhanger am Ende ist so massiv, dass wir die Wahl haben, weiterzuschauen und uns den Schlaf zu rauben oder unbefriedigt die Szenerie zu verlassen. Von den sozialen Medien ganz zu schweigen, die uns triggern und aus dem “Meines-ist-größer-schöner-besser-als-deines-Spiel” gar nicht aussteigen lassen.
- Wir gehen zwischendurch mal raus in die Natur, als ob sie von uns abgetrennter Teil wäre, wie in eine Art Freizeitpark.
- Wir nehmen Nahrung zu uns, die stunden- und tagelang über irgendwelche Fabriks-Förderbänder hopst und unseren Zellen so fremd ist, dass sie aufschreien und mit ungesunder Skepsis sich zur Sicherheit gegen so gut wie alles unverträglich zeigen.
- Wir sind überfordert. Meine Güte, wie oft höre ich diese Worte! "Ich bin überfordert, durch den Wind, ich seh mich nicht mehr raus…" Das sollten gelegentliche Spitzen sein, aber keine chronischen Dauerzustände.
- Wir haben unsere Wildheit verloren, unsere Selbstverständlichkeit nur zu sein, unsere Urnatur, zumindest sind einige Teile davon in uns wohl mehr als verschüttet.
Wir spüren die wilde Seite noch, sie meldet sich regelmäßig als eine Art Sehnsucht aus unseren Herzen, mit kleinen zarten Wünschen oder auch mal mit dem massiven Gefühl alles hinzuschmeißen zu wollen. Um dann in ein kleines Häuschen am Waldrand zu ziehen, einen Bauernhof zu kaufen, statt den ganzen Tag am PC irgendwelche Tabellen anzustarren, mal Gemüse anzubauen, vielleicht ein altes Handwerk zu erlernen oder Ähnliches.
Verklärte Romantik oder Überlebensinstinkt?
Bei all den genannten Punkten haben wir eine Wahl - uns sei sie oftmals noch so klein - wir haben sie immer. Es ist sind winzig kleine Stimmzettel, die wir in die große Wahlurne werfen. Jede noch so kleine Entscheidung das eine oder andere System so nicht mehr mitzutragen, zählt hinzu. Jede Kaufentscheidung, jedes klare Nein, jedes freudvolle Ja, jede gezogene Grenze, jedes Aufmachen für das, was sich besser anfühlt.
Nein, ich biete Dir heut also keine kleine Atemübung, die den Parasympathikus anspringen lässt, keine Achtsamkeitsübung, die Dir kurzfristig das Gefühl von zurückgewonnener Kontrolle gibt, sondern die Idee eines Lebens, das sich aus Deiner Urkraft heraus gestaltet. Einfach, aufs Wesentliche reduziert, natürlich und in bestechender Selbstverständlichkeit, eine alte wohlige Erinnerung in Deinen Zellen. Die Idee, den Tag aus einem Zustand nachhaltiger Energie aus dem Inneren zu gestalten, um abends nicht zu müde zum Einschlafen zu sein. Eine Idee einer wilden Frau nach DEINEN Regeln, mit DEINEN Grenzen, nach DEINER Intuition und DEINEN Visionen. Das Leben als kreativer Schöpfungsakt und nicht in einem ausgelaugten Wirdschonirgendwieweitergehen-Modus, dessen einziger Rettungsanker der Gedanke an den Ruhestand ist. Unsere Körper rebellieren. Hören wir ihnen endlich zu! Liebste Frau, wenn Du unter chronischer Müdigkeit leidest, wenn Du ausgebrannt bist, wenn Deine Nebennieren das Spiel des permanenten Stress-Dramas nicht mehr mitspielen, … … dann sei Dir bewusst, es gibt einen Weg zurück zu Deiner wilden, energiereichen und starken Frau und Du bist nicht alleine. Du bist dafür gemacht! Du hast alles dafür! I’m gonna break my rusty cage…. and run!
Erzähl mir, was Du darüber denkst! Ist müder als müde auch bei Dir ein „Normalzustand“?
So, und jetzt steig ich endlich runter von meiner Seifenbox und hol mir was zum Abkühlen….
Für Dich, heute mit viel Herzensfeuer, Ulli






.png)







Kommentare