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Schneckenhauszeit - die Kunst vom Tun ins Sein zu wandeln

Hingabe als Teil eines zyklischen Lebenskonzepts. Über das Erkennen, wann es Zeit ist, alle Viere mal grade sein zu lassen und die Aufmerksamkeit auf innere Prozesse zu richten.

Achtung! Der Räucherstäbchen-Faktor dieses Beitrags liegt recht hoch 😉🧙‍♀️

Ich freu mich, den allerersten Blog-Beitrag hier zu verfassen und lasse ihn gleich mal sehr persönlich werden. Du liest hier, wie ich verschiedene Phasen meines Zyklus lebe, wie ich sie fühle und auch welche Rituale und Gewohnheiten ich mir im Laufe der Zeit angeeignet habe.


Gestern begann meine monatliche Schneckenhauszeit, so nenn ich die Zeit VOR dem Einsetzen meiner Blutung, in der mein bewusster Rückzug beginnt. Es hat ein klein wenig gedauert, bis ich den richtigen Zeitpunkt dafür zu spüren gelernt habe. Mal kommt er bereits einige Tage vor der Regel, manchmal - so wie diesmal - erst ein bis zwei Tage zuvor.


Verglichen mit den Jahreszeiten fühlt diese Zeit sich an wie Spätherbst/Anfang Winter. Die wilden Herbststürme sind meist schon abgeklungen, aber es herrscht hie und da noch Unruhe und das Gefühl noch etwas abschließen zu müssen, bevor die Stille einkehren kann. Ich hab das Bedürfnis aufzuräumen, noch was zu regeln, was zu sagen, niederzuschreiben oder auch noch fertig zu diskutieren.


Der Wunsch nach Klarheit ist riesengroß und schwammiges Terrain macht mir hier sehr zu schaffen.


Eine wichtige und respektvolle Geste an mich und meinen Körper ist nun auch ein klares Hinschauen und Wertschätzen meiner abnehmenden, körperlichen Kräfte.


Für mich ist ein mutiges und klares Nein zu sozialen Events und anderen, scheinbaren Verpflichtungen absolut notwendig. Meine Selbstständigkeit bietet mir den Luxus einer recht freien Zeiteinteilung und die nutze ich so, wie es mir guttut. Ich weiß, dass die Kräfte, die sich nach dieser Zeit des Leerwerdens wieder aufbauen werden, die momentane Untätigkeit wieder mehr als wettmachen werden.


Wie wertvoll diese Zeit ist, schätze ich jeden Monat aufs Neue. Es ist die Zeit, in der ich ganz nah an meiner Seele bin …und wenn Du mich kennst, dann weißt Du, dass ich diese Formulierung sehr oft und gerne verwende ;-). Sie steht für mich für dieses Gefühl des Nach-Hause-Kommens.


Ich fühle mich dann wie ein Kind, das die Mutter liebevoll vor die Tür zum Spielen geschickt hat; den ganzen Tag am tun, ausprobieren, lernen, Rad fahren, verletzen, Fehler machen, sich die Finger verbrennen, mutig sein, auf Bäume klettern, fallen, sich schämen, lachen, prahlen, lieben, staunen, am Rande des Wahnsinns sein und all die Facetten des echten und puren Lebens schmecken….


….und am Ende des Tages kehre ich heim in Mamas Arme, werde ganz still, lass mich streicheln, pflegen, verwöhnen und genieße ihre bedingungslose, unendliche Liebe. Eine Liebe, die nicht davon abhängig ist, was ich tagsüber alles angestellt hab, sondern die mich ihre Freude über mein Wachstum und meine Prozesse spüren lässt. In der stillen, weichen Dunkelheit dieser Umarmung meiner Seele, treten wir beide dann in ein Zwiegespräch….


Aber um dort hin zu gelangen, braucht es aber meist auch etwas praktische Planung und Vorbereitung. Ich erzähle Dir mal, was ich heute alles gemacht habe und dann ist es an Dir herauszufinden, was es für Dich sein könnte. Vielleicht hast Du ja auch schon Dein Ritual und magst uns unten in den Kommentaren daran teilhaben lassen.


Für mich ist es ungemein wichtig, alleine zu sein, ungestört und ohne Ablenkung.

Ganz konkret hab ich mir heute freigenommen und alles was im Entferntesten nach Arbeit ausschauen könnte, sind diese Zeilen hier, die ich mit Dir teilen möchte.

Nach einem feinen und nährenden Brunch hab ich ein warmes Bad genommen, mit Palmrosa-Öl, das harmonisierend und pflegend ist und mir ganz sanft die Mundwinkel nach oben zieht.


Danach habe ich eine kleine Abhyanga, eine ayurvedische Ganzkörper-Massage gemacht. Dafür habe mein Lieblingsöl verwendet, ein besonders wertvolles, wahnsinnig schön duftendes Rosenblütenöl auf Jojobabasis. Normalerweise würde ich es anders herum planen, zuerst das Öl und dann in die Badewanne, aber bei diesem wertvollen Öl täte mir das Herz weh, es gleich wieder abzuwaschen :-). In den nächsten Tagen werde ich auf meine Ölmassagen verzichten und erst wieder nach den Blutungen damit beginnen.


Danach hab ich noch ein Dampfbad mit Lavendel, Beifuß und Rosmarin für meine Gebärmutter zur Vorbereitung auf die Blutung gemacht. Klingt für Dich *räusper* etwas eigenartig? Wie und warum ich das mache, erzähl ich Dir dann ein anderes Mal etwas ausführlicher. Vertrau mir, es ist eine Wohltat…


Und nun schreib ich noch schnell die letzten Zeilen und geh vom Tun ins Sein. Die Schleier zwischen dem, was ich glaube zu sein und dem, was ich wirklich bin, sind heute ganz zart und durchsichtig. Ich werde meditieren und lauschen, schreiben und warten, was meine Essenz mir alles flüstern wird, schlafend in ihren Armen, in der Höhle meines Herzens, ganz nah an meiner Seele.


Ich kann nur empfehlen, Dir Dein eigenes Ritual zu basteln, um in diese magische Zeit des Zyklus abzutauchen.


Ich freu mich, wenn Du in den Kommentaren teilen magst, wie für sich für Dich diese Zeit vor den Tagen anfühlt und schick Dir allerherzlichste Grüße aus meinem Schneckenhaus 🐌

Ulli




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